Gehorsams- und Junghundetraining
Das Junghundetraining schließt sich an die Welpenschule an und ist die Phase, in der die Pubertät des Hundes beginnt. Es ist keine eigenständige Hundesportart, sondern eine entscheidende Erziehungs- und Festigungsphase.
Im Rahmen des Junghunde- bzw. Gehorsamkeitstrainings soll der Grundgehorsam des Hundes gefestigt werden.
Dazu zählen u.a. die Basis-Kommandos wie "Sitz", "Platz", "Hier" und die Leinenführigkeit unter stärkerer Ablenkung sowie in verschiedenen Umgebungen (auch außerhalb des Hundeplatzes).
Im Zuge des Trainings soll auch die Sozialisierung der Fellnasen gefördert werden, indem der junge Hund lernt, Umweltreizen (Autos, Jogger, Fahrräder) gelassen zu begegnen und das Sozialverhalten mit Artgenossen zu verfeinern.
Unser Fokus liegt bei diesem Trainingsgebiet darauf durch Konsequenz und Geduld die Basis für eine vertrauensvolle Teamarbeit zwischen Vierbeiner und Besitzer zu schaffen.
Begleithundeprüfung (BH) / Unterordnung
Die Begleithundeprüfung (kurz BH) ist die Grundvoraussetzung für die Teilnahme an den meisten Hundesportarten und bildet einen guten Start für ein neues Hund-Mensch-Team.
Die Prüfung selbst gliedert sich in zwei Teile:
Den Hauptteil bildet die Unterordnung auf dem Übungsplatz, bei welcher die Leinenführigkeit, die Freifolge (ohne Leine), die Kommandos "Sitz" und "Platz" sowie das Ablegen unter Ablenkung geprüft werden.
Den zweiten Teil stellt der Verkehrsteil dar, eine simulierte Situation in einem innerstädtischen Bereich bei welcher die Gelassenheit des Hundes gegenüber Joggern, Radfahrern, Autos und anderen Hunden getestet wird.
Nur wenn beide Teile der Prüfung erfolgreich absolviert werden gilt die BH als bestanden.
Die Voraussetzung für die Teilnahme an einer BH ist, dass der Hund mindestens 15 Monate alt ist.
Vor dem eigentlichen Prüfungsteil muss der Hundeführer bei seiner ersten BH einen Sachkundenachweis über das theoretische Wissen zur Hundehaltung ablegen.
Hoopers
Hoopers ist eine relativ junge Hundesportart, die ursprünglich aus den USA stammt.
Das Ziel ist, dass der Hund einen Parcours möglichst fehlerfrei und in der richtigen Reihenfolge durchläuft.
Die variablen Parcours bestehen hauptsächlich aus Bögen, den namensgebenden Hoops, durch die der Hund läuft, sowie aus Tunneln, Tonnen und Gates.
Es gibt im Gegensatz zum bekannteren Agility keine Sprünge und außerdem gewinnt nicht der schnellste Hund, sondern der Vierbeiner mit den wenigsten Fehlern beim Durchlaufen des Parcours.
Diese beiden Eigenschaften machen die Sportart besonders für junge, ältere oder körperlich eingeschränkte Hunde attraktiv.
Ein weiterer Gegensatz zum Agility liegt darin, dass der Mensch nicht mit dem Hund mit läuft, sondern ihn aus einem festen Führbereich heraus ausschließlich über Hörzeichen, Körpersprache und Sichtzeichen steuert.
Dies erfordert eine sehr gute Distanzarbeit und Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Fährte
Das Fährten (auch als Nasenarbeit bezeichnet) ist eine Königsdisziplin im Hundesport, die auf dem natürlichen Spürtrieb des Hundes basiert und eine hohe geistige Auslastung bietet.
Das Ziel ist es, dass der Hund eine zuvor von einem geschulten Menschen (dem Fährtenleger) gelegte Spur, die sogenannte Fährte, konzentriert absucht und exakt verfolgt, ohne von ihr abzuweichen.
Der Hund folgt hierbei nicht primär dem Individualgeruch des Menschen, sondern dem Geruch, der durch die sogenannte Bodenverletzung (zerdrückte Pflanzen, aufgewühlte Erde, Mikroorganismen) beim Gehen entsteht.
Die Aufgabe des Hundes ist es, auf der Fährte abgelegte, kleine Gegenstände (aus Holz, Leder, Kunststoff) zu finden und durch Verweisen (meist Hinlegen) anzuzeigen.
Die Fährten werden je nach Prüfungsstufe in Länge, Alter (Liegezeit) und Schwierigkeit (Winkel, Verleitungen) gesteigert.
Während der Fährte arbeitet der Hund selbstständig und ohne Kommandos an einer langen Leine, während der Hundeführer ihm in einigen Metern Abstand folgt.
Die Fährtenarbeit eignet sich grundsätzlich für alle Hunde und ist eine hervorragende Möglichkeit, die Konzentrationsfähigkeit und den natürlichen Trieb des Hundes zu fördern.
Schutzdienst
Der Schutzdienst ist neben der Fährte und der Unterordnung eine der drei Teildisziplinen des Gebrauchshundesports (IGP).
Im Schutzdienst geht es darum, die Kontrolle und den Gehorsam des Hundes in extremen Triebsituationen zu überprüfen.
Dazu soll der Hund seinen natürlichen Beute- und Schutztrieb kontrolliert und auf Kommando zeigen, wobei jederzeit die Führigkeit durch den Halter im Vordergrund steht.
In der Prüfung muss der Hund ein festgelegtes Gebiet mit Verstecken nach einem Scheintäter (Helfer bzw. Figurant) absuchen (Revieren). Sobald der Helfer gefunden ist, muss der Hund ihn laut verbellen und auf Abstand halten (Stellen und Verbellen), bis der Hundeführer eintrifft.
Danach folgen weitere Gehorsamsübungen in Anwesenheit des Helfers (z. B. Bewachen) und Aktionen, bei denen der Hund einen Fluchtversuch oder einen Angriff auf den Hundeführer durch gezieltes Zupacken in einen speziellen Schutzarm oder Hetzärmel verhindern muss.
Ein gut ausgebildeter Schutzhund muss ein ausgeglichenes Temperament haben und die Übungen nur auf klares Kommando ausführen. Ein Kontrollverlust oder Ungehorsam führen zum sofortigen Abbruch der Prüfung.
Da diese Hundesportart immer wieder auch öffentlich in der Kritik steht, möchten wir an dieser Stelle besonders darauf hinweisen:
Im Schutzdienst wird der Beutetrieb des Hundes angesprochen und nicht die Aggression.
Die Hunde werden nicht "scharf gemacht" sondern auf den Hetzärmel als besondere Belohnung konditioniert.
Die Hunde lernen es als Spiel zu verstehen den Ärmel vom Helfer zu "erbeuten".
Entsprechend wird in unserem Verein der Schutzdienst ausschließlich als Spiel für den Hund aufgebaut.
Andere Methoden, wie die Ausübung von körperlicher Gewalt oder den Aufbau von psychischem Druck auf den Hund lehnen wir entschieden ab. Sollten wir derartige Ansätze auf unseren Übungsplätzen sehen, führt dies zum sofortigen Vereinsausschluss.
Das Wichtigste zum Schluss: Der Spaß kommt nicht zu kurz
Trotz allem Fleiß, Ehrgeiz und sportlichem Wettbewerbsgedanken, das Wichtigste im Hundesport ist der Spaß und die gemeinsame Zeit mit unseren Hunden.
Auch wenn wir den Hundesport lieben, so ist und bleibt er ein Hobby bei dem die Stärkung der Bindung und die Verbesserung der Kommunikation jedes einzelnen Mensch-Hund-Teams im Vordergrund steht.
Dasselbe gilt für die verschiedenen Menschen, die sich in einem Verein engagieren. Es geht nicht darum, nur eigene Ziele zu erreichen oder den Eigennutzen zu maximieren. Nur gemeinsam können wir als Verein etwas erreichen, wozu manchmal auch die Interessen Einzelner zurückstecken müssen.







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